Bei meinem Notebook war bis gestern die Auslieferungsinstallation von Windows Vista installiert. Und obwohl ich regelmäßig Wutanfälle bekommen habe, weil Vista wieder unglaublich lahm war oder meine CPU im Standby-Modus voll beansprucht hat (Wofür eigentlich?), habe ich mich damit abgefunden. Doch seit Sonntag hatte ich genug vom ganzen Ärger und Stress und hab mich auf die Reise durch den Betriebssystem-Dschungel begeben.
Wie alles Begann (Vista)
Zum Beginn meines Studiums legte ich mir ein Notebook zu. Ein ASUS x53Ke (was für eine herrliche Bezeichnung:P). Zu diesem Zeitpunkt war Vista schon ein halbes Jahr auf dem Markt, sodass man denken könnte, dass neue PCs oder Notebooks schon an die hohen Anforderungen von Vista angepasst wurden. Rein von der Zusammensetzung der Komponenten war mein ASUS perfekt auf Vista vorbereitet.
AMD Turion 2x 1,86GHz
2 GB Ram
ATI X2300 GraKa mit 256 MB eigenem Speicher
Kurz: Flotter DoppelHerz Prozessor, genug Arbeitsspeicher und ne ordentliche GraKa.
Schon in den ersten Wochen merkte ich aber einige Ungereimtheiten. Sachen die in XP nie so langsam waren wie in Vista. Die Anzeige der Programme (Start -> Alle Programme) lud ein paar Sekunden bevor es angezeigt wurde, das Kontextmenü brauchte Jahre zum laden, genau wie der Explorer um einen ganz normalen Ordner anzuzeigen. Man sollte meinen, dass ein Betriebssystem mit der gegebenen Hardware (welche zu dem Zeitpunkt auf einem hohen Level war) gut auskommt. Aber wie man ja in den Tausenden von Erfahrungsberichten nachlesen kann tut sich Vista da ein wenig schwer.
Zeit des Leidens für RAM und CPU, Goodbye Aero!
Es grauste mir davor, einen Blick auf den Taskmanager zu werfen, denn Vista schnappte sich teilweise locker die Hälfte meiner 2GB Ram und kam mir dann mit Fehlermeldungen: mein Notebook hätte zu wenig Ram frei, ich solle doch andere Anwendungen schließen (Firefox, Eclipse, Thunderbird). Am liebsten hätte ich Vista da schon runtergeschmissen aber ich hab mich eine Zeit lang damit abgefunden, einfach auf „Abbrechen“ zu klicken. Dann irgendwann war mir aufgefallen, dass der Lüfter meiner CPU und der GraKa sehr laut wurde, denn Aero beanspruchte immer wieder 50% der CPU. Also entschloss ich mich kurzerhand, Aero den Laufpass zu geben und stellte es aus. Und siehe da, es wurde alles einen Tick schneller.
Ich war immer noch nicht zufrieden.
Es gab da noch so eine Sache. Stellt euch vor ihr lasst euren Rechner nur an um Musik zu hören. Nur ein Programm geöffnet, LCD-Bildschirm ausgeschaltet, man will ja Strom sparen. Nach einiger Zeit fangen die Lüfter an hochzudrehen, die CPU wird voll beansprucht. Was ist passiert? Ich meine, ich sitze am Schreibtisch und mache rein gar nichts am Notebook, wieso zur Hölle rechnet der dann wie wild?
Er rechnet wie wild, gerade weil ich nichts mache! Das ganze nennt sich Indizierungsdienst. Vista merkt, dass ungenutzte Rechenkapazität vorliegt und fängt an, über die Festplatte zu düsen und wie wild rumzurechnen damit ich später bei der Suche „schneller“ etwas finde. Einmal ausgestellt muss man schon ne ganze Zeit warten, bis der Dienst die erstellen Index-Dateien entfernt hat. Doch auch nach dem Ausstellen des Indizierungsdienstes wurde munter rumgerechnet und dismal nahm sich der Window-Manager einen großteil der Rechenkapazität.
Eine Möglichkeit, dieses Problem zu umgehen ist, in den Stromsparmodus zu schalten.Dann läuft allerdings alles langsamer. Wieso soll ich meine schöne Hardware denn nicht nutzen?
Die oben genannten Dinge wurden mir irgendwann zu viel und ich begann, motiviert durch Vorlesungen im Fach Betriebssysteme, mich mit Ubuntu auseinander zu setzen. Der Betrieb der Live-CD funktionierte ganz gut und ich entschloss mich, Ubuntu mal ne Chance zu geben.
One-Night-Stand mit Ubuntu
Nach einem recht ausfühlichen Backup war ich bereit, Ubuntu zu installieren. Und das ging auch ganz flott. Zumindest die normale Installation. Denn wie bei jedem anderen Betriebssystem, geht auch bei Ubuntu ohne Treiber erstmal nichts. Zum Glück wurde von Anfang an der LAN-Treiber gefunden, sodass ich alle anderen Treiber schnell aus dem Netz laden konnte.
Alle Treiber? Nein! Ein von unbeugsamen Lizenzen geschützer Treiber von Atheros machte mir das Leben schwer. Ein Notebook mit LAN ist schon cool aber ein Notebook mit W-Lan noch besser. Zum Glück war ich nicht der einzige arme Irre mit diesem Problem. Im Internet finden sich so einige Lösungen zu dem Problem. Man muss sich nur die richtige rauspicken, was sich als recht zeitintensiv herausstellen kann. Nach knapp einer Stunde hatte ich es dann geschafft und das W-Lan lief wunderbar.
Ich fing an, gesicherte Daten wieder auf den Rechner zu spielen und stieß auf die nächsten Probleme. Mein Thunderbird Profil ließ sich nicht wiederherstellen, auch wußte ich nicht in welche Ordner ich die Daten einsortieren sollte (komische UNIX Ordnerstruktur
), zumal mein home-Verzeichnis durch die W-Lan Konfigurationen voller snapshots von madwifi waren. Außerdem ließen sich MP3s gar nicht abspielen. Trotz installierter Libraries tat sich da nichts. Immer kam die Meldung „Could not Connect“. Was soll mir das sagen? Coul not connect? Zu was denn? Ich konnte mir schon denken, dass es um den Sound Server ging aber die Fehlermeldung ließ doch zu wünschen übrig. Nach weiterem langen Suchen fand ich heraus, dass es ein Problem mit pulseaudio sei. Ich müsse einfach nur nach jedem Neustart „killall pulseaudio“ ausführen. Argh! Wenn das nicht nervt, was dann?
Damit könnte ich eigentlich zufrieden sein, alle Probleme „behoben“ bzw. begründet. Nur merkte ich, dass Ubuntu meinen Akku noch schlimmer frisst als Vista, die Lüfter die ganze Zeit volles Rohr laufen und dass ich meinen iPod nicht richtig verwalten kann (Videos aufspielen). Ich hatte eigentlich gehofft, dass die Lüfter- und Akkuprobleme aufhören. Und wieso kann ich meinen iPod nicht richtig benutzen?
Zudem kamen Probleme mit Eclipse und den von mir benötigten Plug-Ins. Somit stand schnell fest, dass ich auch mit Ubuntu nicht weit kommen werde und es war nach nur einer Nacht deinstalliert.
Windows ist tot! Es lebe Windows!
Wenn man ein Notebook hat, auf dem von vornerein Vista installiert wurde, ist das so eine Sache mit anderen Windows Versionen. Treiber sind weder auf der Treiber-CD, noch auf der Hersteller-Homepage zu finden. Und trotzdem habe ich den Schritt gewagt, XP zu installieren.
Es ist schon lustig, wieder einmal durch die (so oft gesehene) Installationsroutine von Windows XP geführt zu werden. Da kommen Erinnerungen aus alten Zeiten wieder hoch. Hach ja, war das schön damals! Könnte es doch nur wieder so schön sein!
Die Installation war kein Problem, nur mal wieder die Treiber! Und diesmal musste man schon ein wenig suchen um diese zu finden. Zum Glück kam ich dann über google zu asustreiber.de wo vor mir schon einige das gleiche Treiber-Problem hatten und eine Lösung gefunden haben. Ganze Treiberpakete für die verschiedensten ASUS Notebooks werden dort bereitgestellt. Damit fiel es mir sehr leicht, alle Komponenten einzurichten. Ich kann jedem nur empfehlen vor dem Installieren von XP mal auf der Seite nach seinem ASUS-Notebook zu suchen. Die Leute da haben sehr gute Arbeit geleistet.
Was ist nun bei XP anders als bei Vista oder Ubuntu?
- Es ist schnell. Verdammt schnell. Vista ist eine lahme Schnecke gegen XP! Alle Programme (inkl. Systemprogramme wie der Explorer) laufen mindestens doppel so schnell.
- Die Lüfter laufen nicht mehr auf vollen Touren, vor allem nicht mehr wenn ich vom Notebook weg bin!
- Die Sicherungskopien von Thunderbird und anderen Programmen ließen sich ohne Probleme einspielen.
Um mal nur die wichtigsten Punkte zu nennen
Ich hoffe ich bleibe auch in Zukunft mit Windows XP zufrieden, denn so viel Stress wie ich in den letzten Tagen hatte, möchte ich mir nicht noch einmal zumuten, zumal es um recht banale Sachen ging.
